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Schneemannbrot

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Ein Winter mit Schnee, blauem Himmel und Sonne wäre mal wieder schön. So ein richtig schöner Winter, wie man ihn sich vorstellt eben. Doch den gab es hier bei uns in Südhessen leider schon seit Jahren nicht mehr. Wenn mal ein paar Flocken vom Himmel fallen, sind sie spätestens nach ein paar Stunden schon wieder weg. Unsere Winter hier sind nasskalt, grau und matschig, also nichts was man haben muss. Naja, wenn das mit dem Schnee hier einfach nicht klappen will, dann backe ich mir eben einen Schneemann! Ja genau ein Schneemannbrot! Wollt ihr auch? Wie das geht erkläre ich euch. 🙂

Schneemannbrot

Schneemannbrot

In meiner Heimat, in Thüringen, gab es in meiner Kindheit noch so richtig tolle Winter. Da konnte man als Kind noch im meterhohen Schnee versinken! Die Berge an Schnee die sich beim Schneeschippen zwischen Straße und Gehweg auftürmten haben wir als Kinder zum spielen genutzt. Wir sind darauf herumgeklettert und haben Tunnel hinein gegraben.

Wir konnten noch mit dem Schlitten vor die Tür gehen und direkt vor der Haustür Schlitten fahren. Kleine orangefarbene Kinderskier (oder waren sie rot?) hatte ich auch und bin damit den Berg vor der Haustür immer wieder runter bis zur Hauptstraße gefahren. Stundenlang! Das waren noch Zeiten als wir Kinder noch völlig unbeaufsichtigt den ganzen Tag draußen verbrachten und nur zum essen oder wenn es dunkel wurde heim sind. Wenn man sich heute so umschaut muss es an ein Wunder grenzen, dass wir das überlebt haben. 🤪

Oft war es sogar so, dass wir an Ostern die Eier noch im Schnee gesucht haben. Ich erinnere mich gern daran zurück.

Seit 14 Jahren wohne ich nun in Südhessen und ich denke es ist wohl so 6-7 Jahre her, als wir den letzten richtigen Winter hatten und auf dem Feldberg Schlitten gefahren sind. Seitdem führen unsere schönen alten Bockschlitten ein trostloses Dasein im Keller, immer in der Hoffnung, dass es mal wieder einen richtigen Winter gibt.

In den letzten Wochen hat es in vielen Teilen Deutschlands ordentlich geschneit. Meine Freundin Sigrid hat mir schöne Bilder und Videos ihrer Schneelandschaft beim Gassigehen in BaWü geschickt. Und in einer Meiningen Gruppe auf FB habe ich diese tollen Bilder meiner Heimat gesehen, die schlimmes Heimweh in mir geweckt haben. 😭

Copyright © by Nico Ledermann

Ich bin echt kein Wintermensch, ich friere ständig vor allem wenn es so nasskalt ist wie bei uns, aber diese schönen Fotos machen mir weh ums Herz. So einen tollen Winter würde ich auch gern mal wieder erleben. Sieht das nicht einfach nur traumhaft aus? Diese Schneelandschaften mit den schneeverhangenen Tannen. Da möchte man sofort in die Skiklamotten springen, in den Keller rennen, den alten Bockschlitten holen, und sich damit in das schöne Weiß stürzen.

Ich schreibe diese Zeilen und mein Blick schweift zum Fenster und sieht grau in grau, nass und eklig… Mich friert es. Ausgeträumt!

Dafür zeige ich euch jetzt wie ich mir einen Schneemann backe um den Winterblues zu besänftigen. Habt ihr auch Lust auf Schneemannbrot? Dann zeige ich euch jetzt wie das geht, es ist ganz easy! Fynnie fand es auch easy und wollte ein wenig helfen. 😍

Fynn

Ich höre euch schon sagen: „Aaaaw wie niedlich ist denn dieses Schneemannbrot! Das ist doch viel zu schade zum essen, das kann man doch nicht anschneiden!“ Und ja ich gebe zu es ist mir äußerst schwer gefallen. Dieses Foto war gar nicht für den Blog gedacht, aber ich muss es euch einfach zeigen. Schaut nur wie glücklich er uns beim Abendessen aus dem Brotkorb angelacht hat.

Schneemannbrot

Das Grundgerüst des Schneemannbrotes ist ein einfaches Weißbrot mit langer, kalter Gare. Das ihr natürlich auch jederzeit als normales Brot backen könnt. Dann solltet ihr aber die Stückgare etwas verkürzen, damit es etwas Untergare hat und schön aufreißt. Die Krume ist schön weich und saftig und passt einfach zu allem.

Taggt mich bei Instagram: @dinkelliebe, wenn ihr es nachbackt, damit ich euer Schneemannbrot bewundern kann.

Ich wünsche euch nun viel Spaß mit meinem Rezept und meiner Anleitung für Schneemannbrot.
Eure Johanna

Schneemannbrot

Schneemannbrot

Zutaten für ein Teiggewicht von etwa 1.042 g / 1 Schneemannbrot

Hauptteig
600 g Dinkelmehl 630
6 g Flohsamenschalen
4,8 g Frischhefe
384 ml kaltes Wasser
24 g Orangensaft, kühlschrankkalt

12 g Haselnussöl
12 g Salz

Für die Deko
Küchengarn
1 Blatt Papier
1 kleine Möhre
2 Zimtstangen
etwas das als Schal benutzt werden kann (ich habe eine Weihnachtsserviette zurecht geschnitten)

Die kalten Zutaten sind nötig, da sich der TM beim Kneten stark erhitzt und dadurch die Teigtemperatur zu hoch würde. Knetet ihr per Hand oder mit einer anderen Maschine ist das nicht nötig.

Zubereitung

Alle Zutaten, außer Öl und Salz, in den Mixtopf geben und 1 min / Stufe 1 vermischen, danach 5 min / Knetstufe. Nun die restlichen Zutaten dazugeben und 1 min / Knetstufe verkneten.

In eine mit Haselnussöl geölte Teigwanne oder Schüssel mit Deckel geben und 60 min bei 20/21 Grad anspringen lassen. Nach den 60 min dehnen und falten und anschließend für etwa 10-14 Std in den Kühlschrank zur kalten Gare stellen.

Den Teig nach der kalten Gare 30 min bei 20/21 Grad akklimatisieren lassen. Danach vorsichtig auf die gut bemehlte Arbeitsfläche geben, zu einem ovalen Teigling formen und mit Schluss nach oben in ein ovales Gärkörbchen geben. Es ist wichtig, dass der Schluss am Ende unter dem Brot und nicht obendrauf ist, sonst reißt euch das Brot oben ein.

Abgedeckt 90 min Stückgare bei 20/21 Grad, danach 45 min Stückgare im Kühlschrank. Das dient dazu, dass sich der Teigling etwas stabilisiert bevor er verschönert wird.

Währenddessen den Ofen mit Backblech, Backstein oder Backstahl auf 250 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

4 Kreise mit etwa 2 cm Durchmesser aus Papier ausschneiden und beiseite legen. Ich habe als Schablone zum Vorzeichnen der Kreise einfach einen Klebestift genommen.

Nach der Stückgare das Gärkörbchen aus dem Kühlschrank nehmen und ein Stück Küchengarn bei etwa einem Drittel der Länge des Gärkörbchens darüber legen. Ein Backpapier oder eine Backfolie darauf legen und darüber ein Brett oder einen Schießer. Alles zusammen umdrehen, sodass der Teigling auf dem Backpapier liegt mit der Schnur darunter.

Die Schnur bei etwa einem Drittel des Teiglings zusammenknoten und kürzen.

Den Teigling mit einem Pinsel vom Mehl befreien.

Einen Finger mit Wasser befeuchten und damit jeweils die Stelle auf dem Brot befeuchten wo die Augen und die Knöpfe hinkommen sollen. Die Papierpunkte jeweils auf die befeuchtete Stelle legen.

Den Teigling mit Mehl bestäuben.

Mit den Händen vorsichtig das Mehl verreiben ohne dabei die Papierpunkte zu verschieben.

Mit einer Pinzette oder einem spitzen Messerchen vorsichtig die Papierpunkte anheben und entfernen.

Den Schneemann ringsherum mit einer Bäckerklinge einschneiden.

Mit Schwaden einschießen (ich schieße hiermit* ein) und für insgesamt 40 min backen. Den Schwaden nach den ersten 15 min ablassen und auf 230 Grad runter schalten.

Nach dem Backen das Küchengarn entfernen und das Brot abkühlen lassen.

Nun links und rechts jeweils ein kleines Loch mit einem spitzen Messerchen in die Kruste machen. Dort werden die Zimtstangen für die Arme hinein gesteckt.

Dann ein Loch für die Nase in die Kruste machen und die Möhre hineinstecken.

Zuletzt den Schal umlegen und fertig ist euer Schneemannbrot.

Wenn ihr besondere Formen und Shapings mögt, dann habe ich noch mehr davon in dieser Übersicht.

Schreibt mir bitte einen Kommentar, wenn ihr eins meiner Rezepte nachgebacken oder gekocht habt. Über Feedback freue ich mich nämlich sehr und es hilft mir bei Google besser gefunden zu werden. Vielen lieben Dank dafür!

Schneemannbrot

*Affiliatelink/Werbelink: Dinkelliebe ist Teilnehmer des Amazon-Partnerprogramm, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Partner-Links zu Amazon.de Entgelte verdient werden können. Euch entstehen dadurch keine Mehrkosten. Grundsätzlich empfehle ich nur Produkte, die ich selbst nutze und gut finde.

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6 Kommentare zu „Schneemannbrot“

  1. oh wie schön er lacht im Brotkorb; wahrscheinlich will er dich damit trösten. Selbst bei uns hier in Bayern (Nähe Ingolstadt) war jetzt nicht sooooo viel Schnee. Die Schneebilder hier sind ja genauso traumhaft, wie der leckere Schneemann. Nicht verzagen, liebe Johanna, kuschel dich in die Decken ein und ess Schokoladenkuchen🤗

    1. Liebe Andrea,
      danke dir für deine lieben Worte. Mich dauert es wirklich sehr, dass wir seit Jahren keinen richtigen Winter mehr erleben dürfen. Immer monatelang nur nasskalt und grau ist echt eklig und dazu noch diese ganze Situation mit Corona, es schlaucht und zehrt an einem. Aber du hast recht dieser kleine Geselle hat mir echt ein Lächeln ins Herz gezaubert und ich hoffe er vermag das bei vielen anderen auch.
      Sofa, Decke und Schokoladenkuchen klingt nach einem guten Plan. 😍
      Liebe Grüße und lass es dir gut gehen,
      Johanna

  2. Liebe Johanna,
    das hast du soo schön geschrieben 💕
    Und so, wie du es in den ersten beiden Sätzen beschrieben hast, war es gestern bei uns ( östliches Niedersachsen). War zuletzt gefühlt vor 10 Jahren so….
    Und auch deine Kindheitserinnerungen kann ich sehr gut nachvollziehen. Dann noch diese wunderschönen Fotos 😍.
    Den süßen Schneemann würde ich gerne nächstes Wochenende backen. Hast du ein 1kg Gärkörbchen dafür genommen?
    Ganz liebe Grüße
    Silke

    1. Liebe Silke,
      danke dir. Wie schön, dass dir mein Text und meine Erinnerungen gefallen. ☺️
      Oh wie schön, dass es gestern bei euch so toll war. Bei uns ist das ewig her und in der Heimat war ich im Winter schon seit viiieeelen Jahren nicht mehr. Sollte ich echt mal machen, wenn es wieder geht. Dann packen wir eben die Schlitten ein und rodeln dann dort. Genau, das ist ein Plan!
      Ja genau, sind ja etwas mehr als 1.000 g und ich habe ein ovales Gärkörbchen für 1.000 g Teig genommen.
      Viel Spaß mit dem Rezept und tagge mich unbedingt bei Insta oder zeig ihn mir gern auf FB, ich möchte ihn sehr gerne sehen. 😍
      Liebe Grüße
      Johanna

  3. Liebe Johanna,
    Dein Schneemannbrot ist sooo niedlich. Aber natürlich würde ich es trotzdem anschneiden wollen. 😉 Tolle Idee! Heute hat es hier den ganzen Tag geschneit und die nächsten Tage sollen auch winterlich werden. Ich bin gespannt. So lange ich nicht Auto fahren muss – und wo sollte man derzeit hin – ist mir Winterwonderland auf jeden Fall lieber als trüb, grau und nasskalt.
    Herzlichst, Conny

    1. Liebe Conny,
      danke dir. Ich bin auch ganz verliebt in den Kleinen. 🥰
      Seit heute Morgen haben wir auch endlich mal ein wenig Schnee und weil wir diese Woche auch mal tagsüber Minusgrade haben werden ist er sogar bis jetzt noch liegen geblieben. Ich bin total begeistert, aber Winterwonderland ist das leider noch nicht da muss noch bissl was kommen und vor allem auch Sonne dazu. 🙂 Aber für den Anfang bin ich zufrieden.
      Genieße du es auch solange es so ist.
      Liebe Grüße
      Johanna

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