Besuch der Südback 2019

Heute will ich euch ein wenig über unseren Besuch der Südback 2019 berichten. Es war eine ziemlich spontane Entscheidung hinzugehen. Ich hatte schon seit Wochen darüber nachgedacht und konnte mich nicht so recht entscheiden. Ich war mir nicht sicher ob es dort für mich als Hobbiebäckerin, die ohne Zusätze und Chemie und dann auch noch Bio und mit Urgetreide backt, überhaupt etwas zu sehen gibt. Und ich bin echt froh, dass ich mich quasi auf die letzte Minute noch dazu entschieden habe doch hinzufahren. Hätte Sascha nicht immer wieder gefragt, und das obwohl ihn das Backen überhaupt nicht interessiert sondern nur das aufessen 😅, wären wir wohl nicht dort gewesen.

 
Ein wahnsinns Angebot von A-Z
 

Ich hätte mir nicht träumen lassen was es auf einer Messe für das Bäckerhandwerk alles gibt! Bei den 710 Austellern war wirklich alles dabei was nur annähernd mit einem Bäcker oder seinem Laden zu tun haben könnte. Da gab es wie zu erwarten die Hersteller diverser Backmittelchen und TK-Backwaren, aber auch Anbieter ganzer Ladeneinrichtungen, riesiger Knetmaschinen bis hin zu noch riesigeren Backstraßen, einen Bäckersteuerberater und sogar Taubenschreck. Ja echt jetzt! Ich hab auch nicht schlecht geguckt als ich das gesehen habe. 🤪

Ich fand es richtig richtig spannend das alles mal gesehen zu haben. Aber ich muss euch sagen solche riesigen Knetmaschinen und so weiter für Bäckereien lasse ich mir ja gefallen, das geht ja auch gar nicht anders, aber bei den Backstraßen und den Mittelchen, die die Teige maschinenfähig machen sollen, und was es da alles für die Großbäckereien gibt, hört es für mich auf. Das hat für mich nichts mehr mit dem Bäckerhandwerk zu tun. Da habe ich noch eine alte, romantische Vorstellung davon. Backen hat nichts mit schnell schnell riesige Mengen produzieren zu tun, sondern mit Zeit großartige Lebensmittel zu produzieren die bekömmlich und aromatisch sind und wo in jeder Pore die Liebe zum Handwerk herauszuschmecken ist. Ihr versteht mich schon gell.

Die WildBakers
 

Vorab sind wir ziemlich als erstes zu den WildBakers gelaufen, weil ich die Zwei unbedingt sehen wollte bevor es voll ist und man nicht mehr an sie ran kommt. Und da standen sie dann… So müssen sich andere fühlen wenn sie ihre Stars treffen. Ich war total verlegen und wusste gar nicht was ich mit ihnen reden soll, dabei hatte ich mich so darauf gefreut. Entsprechend kurz ist der Besuch am Wachtel-Stand dann ausgefallen. Schweigend und stammelnd herumstehen bringt ja dann auch nichts. Ich hätte mir dann gern später eine Show der Beiden angeschaut, aber das haben wir leider verpasst. Es gab einfach viel zu viel zu sehen.

 
Von eifrigen Vertrieblern
 

Wenn man sich so an den Ständen umschaute lief man natürlich Gefahr von eifrigen Verkäufern (oder eher Vertrieblern? 🤔) direkt den ganzen Roman zu hören zu bekommen. Die lassen sich dann auch nicht unterbrechen und ich bin viel zu nett dafür jemanden harsch abzuweisen. Also hab ich mir so einiges angehört was teilweise ziemlich unrelevant für mich war. Am Ende kam fast immer die Frage: „Haben Sie eine Bäckerei?“ „Nein, ich bin Foodbloggerin.“ Die Reaktionen darauf fielen ziemlich unterschiedlich aus. Von „Da könnten Sie doch über uns berichten.“ bis „Aha!“. Was da gedanklich noch hintendran hing möchte ich lieber nicht wissen. Ich vermute die Freude war dann nicht so groß, weil sie sich umsonst solche Mühe gegeben haben mir alles zu erzählen. Ich brauche halte keine 600 bedruckten Kekse, fertige Kuchenmassen oder Sepiafarbe zum backen schwarzer Gebäcke. 

Ganz ehrlich? Mögt ihr schwarze Backwaren? Das ist ja schon länger ein Trend unter Hobbiebäckern, den ich gar nicht mitgehen kann. Ich finde schwarzes Gebäck absolut unlecker, aber jeder so wie er mag. Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden. Naja jedenfalls hat die Industrie genau ein Auge auf die Trends und greift diese auf.


Gleich danach, und auch am Nachmittag nochmal, waren wir beim Bäcker-Trend-Forum, um uns kurz auszuruhen, wo wir super lieb und freundlich mit Getränken versorgt wurden.

Johanna von Dinkelliebe auf der Südback 2019

Bio-Aussteller und natürliches Brötchenbackmittel
 

Nach diesem Päuschen ging es weiter, wir hatten die Biostände entdeckt. Hach jaaa meine Ecke. 😊👍 Unter anderem waren dort vertreten Bioland, Naturland, Gepa und Demeter.

Am interessantesten war für mich das Gespräch am Bioland Stand mit Herrn Wenzel vom Kornkreis und Herrn Schmid von der OBEG. Herr Schmid hat Dinkelkraft entwickelt, ein natürliches Brötchenbackmittel. Die Wirkung der Bioland-Backhilfsmittel entsteht durch die schonende Keimung der dinkeleigenen Enzyme und dem Vitamin C der Acerolakirsche. So entsteht eine hohe backtechnische Wirkung.

Ich durfte 1 kg des Pulvers mit nachhause nehmen und werde es ausgiebig testen. Ich bin sehr gespannt darauf ob es einen großen Unterschied zu meiner Art zu backen (mit Flohsamenschalen und Acerolapulver) macht. Chemie ist jedenfalls keine enthalten, ihr kennt mich ja, ich würde es sonst nicht testen.

Reismehl aus Asien
 

Nach den ganzen tollen Bio-Ständen sind wir über einen kleinen Stand gestolpert wo es frische, glutenfreie Backwaren aus Reismehl gab. Aber nicht aus irgendeinem Reismehl, sondern direkt aus Asien. Ich ließ mir erklären, dass dies ein riesengroßer Unterschied zu unserem hiesigen Reismehl sei. Wir wurden hier sehr herzlich und zuvorkommend behandelt, wie bei Asiaten eben üblich, war schon sehr nett und schön an dem Stand. 

Also ich bin ehrlich, ich habe mir Backwaren aus Reismehl immer kompakt, schwer und trocken vorgestellt. Das war hier aber gar nicht so. Wir durften frisch gebackene Muffins kosten und meine Güte waren die köstlich! Ich war ziemlich baff und habe hier Proben vom Reismehl mitnehmen dürfen, allerdings leider nicht in Bio-Qualität. Ich will nun unbedingt testen mit Reismehl zu backen.

 
Handwerkliches Brot und mein Highlight – Pinsa
 

Alles war wirklich so interessant auf der Messe, ein Wahnsinn! Am allerinteressantesten aber fand ich die Halle mit den Bäckern und ihren Backwaren. Oh my gosh! Ich hätte ja nie gedacht, dass dort so gute Bäcker mit so sooo tollen Backwaren auftauchen. Und überall auf der Messe konnte man kosten. Meine Güte was haben wir alles gekostet. Und ja eigentlich esse ich keinen Weizen, aber ich bin auch nicht päbstlicher als der Pabst. Auch wenn Weizen bei mir nicht in die Küche kommt, wenn ich unterwegs etwas esse kann das schon mal Weizen sein. Und so hab ich natürlich ohne Hemmungen alles gekostet was lecker aussah.

Ihr dürft euch die auf der Messe gezeigten Brote nicht so vorstellen wie bei eurem Bäcker um die Ecke. Die meisten von euch sind ja, so wie ich, Hobbiebäcker und das was man dort zu sehen bekam hatte das Level das wir aus unseren Backgruppen kennen und selbst produzieren. Aromatische Krusten und luftig lockere Krumen. Saftige Brote mit richtig tollem Aroma. Also ich hätte drin baden können, ehrlich! Ich habe ein paar Bilder gemacht, das müsst ihr euch einfach anschauen. Wenn alle Bäcker so backen würden, das wäre ein Traum.

 
Richtig angetan war ich vom Aroma der Brote. Seit ich auf Dinkel umgestellt habe, schmecken Weizengebäcke irgendwie leer für mich, die haben einfach kein Aroma. Aber hier war das genau anders.Mein Highlight auf der Messe war ein Stand mit Pinsa. Ich hatte schon einmal von Pinsa gehört, aber noch nie gesehen oder gegessen und mich noch nie damit beschäftigt. Dieser Anbieter jedenfalls verkauft die gefrorenen Teiglinge. Der Pinsateig reift bei ihm 48-72 Stunden, dann werden die Teiglinge geformt und eingefroren. Also wenn schon auf TK-Ware zurückgegriffen wird, dann kann ich mir das auf diese Art auch wirklich gefallen lassen. Nicht jeder hat den Platz und die Zeit den Teig bei sich so lange reifen zu lassen und das ist eine gute Lösung. Ihr merkt ich bin noch ganz angetan. 🙂👍
 
Die Pinsa jedenfalls war ein absoluter Hochgenuss! Am liebsten hätte ich eine Ganze geordert, aber es gab ja leider nur Probehäppchen. Ich habe mich sofort verliebt und mir Pinsa auf meiner Blogideenliste vorgemerkt. Und jetzt passt auf, dieses Wochenende ist wieder Synchronbacken beim Kochtopf Blog und das Thema ist: PINSA! Wie klasse ist das denn? Das passt ja wie die Faust aufs Auge und ich bin natürlich dabei. Dann kann ich das sofort umsetzen. Juhu!
 
Schooookooolaaaadeeee
 

In einem Eckchen am Rande der ganzen Bäcker und ihren Backwaren fanden wir ein Eckchen mit Schokoladenanbietern, unter anderem Valrhona. Uhi die wollte ich schon immer mal kosten, die soll ja so toll sein. Wir sind also zu dem Stand gegangen und irgendwie war da keiner, aber lauter kleine Kästchen mit verschiedenen Sorten dieser Schokochips an der Wand. Also kosteten wir ein paar davon. Irgendwann kam eine Dame um die Ecke und entnahm mit einem Zängchen einen Chip aus einem der Kästchen an denen wir uns eben noch mit unseren Fingern bedient hatten. Scheinbar war hier doch keine Selbstbedienung zum naschen und das war dann doch ziemlich peinlich. 🙈

 
Fazit

Wir sind mit ganz vielen Eindrücken, Inspirationen und neuen Ideen nachhause gefahren. Mal sehen wann ich das alles umsetze. 😅

Ich hoffe mein Bericht hat euch ein wenig Spaß gemacht. Die nächste Messe, die ich besuchen möchte wird die Biofach 2020 sein.

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